Erster Schnee

Eine anfangs normale, wenn auch von starkem Nebel geprägten Wanderung lief, je höher wir den Berg hoch gewandert sind, auf eine ungeplante Schneewanderung hinaus. Mit Straßenschuhen und Jeans haben wir uns dann stapfend durch den kniehohen Schnee versucht…
Ein gigantischer Baum, ein zugefrorener See und eiskalte Füße ergaben zum Ende hin eine schöne und ereignisreiche Wanderung.

Stanley Park, Downtown und Trumps Verspottung

Weil es so schön ist, habe ich mir noch einmal die Zeit genommen und den Stanley Park angeschaut, um die letzten rot leuchtenden Ahornblätter des Jahres zu sehen.

Auch wenn ich oft höre (und teils selbst der Meinung bin), dass die nordamerikanischen Großstädte mit ihren eintönigen Wolkenkratzern und den quadratförmigen Straßenstrukturen im Gegensatz zu europäischen Städten wenig Charakter haben, dir keine Geschichte erzählen, unpersönlich und entfremdend wirken, finde ich dennoch die hohen Hochhäuser sehr beeindruckend. Hier sind einige Bilder von Vancouver Downtown mit seinen emporragenden Bauwerken.

Als ich auf dem Weg zum Stanley Park zufälligerweise am Tag der Ergebnisbekanntgabe der U.S. Wahl am Trump Tower von Vancouver vorbeigelaufen bin, wurde höhnisch der Sieg von Biden gefeiert . . . fand ich sehr amüsant😁.

Big Cedar and Kennedy Falls Trail

Eine 10 km lange Wanderung in Nord-Vancouver.

Halloween🎃

Auch wenn die Möglichkeiten aufgrund der Corona-Einschränkungen stark limitiert waren, wollten wir uns den Halloween-Spirit natürlich nicht nehmen lassen: Kürbisse aushöhlen, in gruselige Kostüme schlüpfen und mein Gastfamilienhaus dekorieren gehörten dazu😁.
Statt Halloween-Partys, die natürlich nicht erlaubt waren, haben wir uns am Vormittag Fort Langley angeschaut, ein kleines Country-Dorf, das rund 50 km abseits von Downtown liegt.
Als es dunkel wurde hatten wir Tickets für ein “Haunted Corn Maze”. Dort wurden wir von bluttriefenden Horror Clowns mit Kettensägen, nicht-vegetarischen Zombies oder anderen angsteinflößenden Gestalten durch das Maislabyrinth gejagt. Mithilfe von künstlichem Nebel, diversen Lichteffekten und schmalen Gängen versuchte man uns so zu Tode zu erschrecken. Nach etwa einer Stunde kamen zumindest die meisten von uns lebend wieder aus dem Horrorlabyrinth heraus 😉. Sehr schade ist nur, dass wir keine Fotos machen durften…
Die geposteten Bilder von einem Labyrinth sind Fotos von einem anderen Maislabyrinth, das wir kostümiert zwei Tage vor dem 31. Oktober besucht hatten. Dieses war weniger gruselig, sondern war eher auf reiner Verirrung ausgelegt.

Playland

Kurz vor Halloween haben wir einen Freizeitpark in Vancouver besucht. In besseren Zeiten wären wir mit Blick auf das kommende Fest von blutrünstigen Zombies oder mordgierigen Horror-Clowns durch den Park gejagt worden. Aber wie so vieles dieses Jahr, fiel auch dies leider flach . . . (war wahrscheinlich auch bei meiner Schreckhaftigkeit besser für meine Stimme😉).
Immerhin durften wir uns glücklich schätzen, dass wir jede Attraktion genießen durften, wobei Maske tragen und Abstandhalten in den Warteschlangen und auf den Fahrgeschäften natürlich dazugehörte.
Sehr unangenehm wurde es, als sich zum Abend hin die Temperatur verabschiedete und wir uns frierend in den Warteschlangen gedulden mussten. Geplagt von der eisigen Kälte haben wir uns dann im Freizeitpark bei einem Outdoor Burger Imbiss ein Menü bestellt. Glücklicherweise konnten wir uns dort als Getränk statt einem Softdrink einen heißen Kakao bestellen. Ahnungslos von dieser Gelegenheit, bestellte sich ein Freund als Einziger eine eiskalte Sprite🤦‍♂️… Schadenfreude ist und bleibt die beste Freude😆.
Letztendlich war es aber ein sehr spaßiger Tag im ältesten Freizeitpark Kanadas.

Eine Spritztour mit meinem Mountainbike

Nachdem sich mein Bruder hier vor drei Jahren ein Mountainbike gekauft hatte, bewahrte meine Gastfamilie netterweise das Fahrrad nach seiner Abreise zwei Jahre für mich auf. So habe ich täglich die Möglichkeit die grandiose Natur mit dem Fahrrad zu erleben.
Da es vor meiner Haustür in absoluter Wildnis Wander- und Fahrradwege zuhauf gibt, konnte ich heute mühelos eine sehr schöne Strecke finden, die mit einem beeindruckenden Wasserfall zum Ende kam.
Mit Höchstgeschwindigkeit und ohne Rücksicht auf die Klamotten durch Pfützen und Matsch rasen gehörte natürlich zum Feeling dazu . . . Die Spritztour wurde ihrem Namen gerecht😉.

Thanksgiving – das wichtigste Familienfest im Jahr

Nach einer wochenlangen Überfahrt in voller Ungewissheit wurde endlich die neue Welt gesichtet. Nachdem die Pilgerväter (die ersten englischen Siedler in Neuengland) ihre Vorräte aufgebraucht hatten, beschlossen die Mitglieder des Wampanoag-Indianerstammes den Kolonisten zu helfen, um sie so am Ende vor einem wahrscheinlichen Hungertod zu bewahren. Im Herbst 1621 feierten die Pilgerväter als Dank mit den Einheimischen ein Fest, das deren Ankunft im heutigen Massachusetts zelebriert.
Seither wird das amerikanische und kanadische Thanksgiving auf dieses Fest zurückgeführt und ist seit seinem Ursprung ein Zeichen des Friedens, der gegenseitigen Hilfe und Dankbarkeit.

So feierte ich mit meiner Gastfamilie und den Großeltern mein erstes Thanksgiving. Traditionell gab es auch bei uns eine köstliche Truthahn-Mahlzeit . . . da könnt’ ich mich einfach reinlegen🤤.

Bowen Island

Das sonnige Wetter nutzten wir für eine Besichtigung einer kleinen Nachbarsinsel. Nach einer kurzweiligen Überfahrt von etwa 20 Minuten mit der Fähre haben wir eine schöne Wanderung um einen See gemacht und konnten so die 6 km breite und 12 km lange Insel erkunden.

Stand-Up-Paddleboarding und Kayaking

Wenn man es kann, kann man es. Wenn man es nicht kann, wird man nass . . . ich wurde jedenfalls nass😂. Dennoch darf ich stolz wie Oskar behaupten, dass ich die meiste Zeit (halbwegs sicher) auf dem Brett stand und so auf dem Wasser die grandiose Sicht auf die Skyline und auf die Berge genießen konnte. Ein großartiges Panorama war das!

Am 02.10 blieb es wiederum trocken. Der “False Creek”, ein zwei Kilometer langer Meeresarm, der die Stadtmitte vom restlichen Teil Vancouvers trennt, war eine super Möglichkeit entlang des Downtown-Ufers Kajak zu fahren. Aus der Wasserperspektive haben die Hochhäuser eine noch beeindruckendere Wirkung, wie ich finde. . .

Erster Schultag und eine Radtour um den Stanley Park (Skyline)

Nach meiner zweiwöchigen Quarantäne bin ich dann in meine Gastfamilie eingezogen. Da ich die fünfköpfige Familie schon vorher durch Alex kennenlernte (der in seinem Auslandsjahr (2017) bei ihr untergekommen ist), wurde ich als direktes Familienmitglied aufgenommen, weshalb ich mich sofort wie zu Hause zu fühlen konnte. Ich bin einfach unglaublich dankbar, dass ich in dieser großartigen Familie leben darf…

Am 28.09. war schließlich mein erster Schultag. Die technisch gut ausgestattete Schule liegt direkt in Downtown und besteht aus einer großflächigen Etage mit etwa 25 kleinen Klassenräumen, die jedoch erschreckenderweise, wenn auch wenig überraschend, wegen Corona fast alle leer waren bzw. leer sind. Momentan sind wir weniger als 20 Schüler in der gesamten Schule, die im Normalfall 400-600 Schüler aufnimmt. Dementsprechend ist es nicht leicht Kontakte zu knüpfen und neue Freunde zu finden. Dennoch kann ich mich glücklich schätzen, dass ich überhaupt zur Schule gehen darf und nur Dienstag und Donnerstag Onlineunterricht habe. (Grüße gehen raus an meine Freunde in Deutschland, die sich ausschließlich mit Onlinevorlesungen abquälen müssen😘😉). Nach einer kurzen organisatorischen Einheit, einem Einstufungs-Sprachtest und einer kleinen Vorstellung von der Stadtumgebung der Schule hatte ich auch schon meine erste Unterrichtsstunde.

Im Anschluss an meinen ersten Schultag haben wir eine kleine Radtour um den Stanley Park gemacht, der sich direkt neben der Innenstadt in Form von einer Halbinsel erstreckt.
Insgesamt war es also ein sehr schöner und für die kommenden Monate aussichtsreicher erster Tag.